Steckbrief Dietmar Wegert

Zu Beginn: verraten Sie uns bitte Ihr Geburtsjahr!
1973

Welche Position bekleiden Sie im Vorstand des vblb und seit wann sind Sie in dieser Funktion tätig?
Seit 2024 im Sachgebiet LE33 der Branddirektion München und damit auch Mitarbeiter beim vblb

Was hat Sie bewogen, sich im vblb zu engagieren?
Durch die Arbeit des Leitstellenverbands werden die Interessen und Bedürfnisse der Mitglieder gebündelt und zielgerichtet gegenüber den übergeordneten Institutionen kommuniziert. Dies ermöglicht eine stärkere und einheitlichere Vertretung, sodass Anliegen der bayerischen Leitstellen effizienter wahrgenommen und umgesetzt werden können. Die gemeinsame Bündelung sorgt zudem dafür, dass Herausforderungen und Verbesserungsvorschläge aus der Praxis gebündelt eingebracht werden, was die Entscheidungsfindung auf höherer Ebene unterstützt und die Entwicklung des Leitstellenwesens in Bayern positiv beeinflusst.

Welche berufliche Laufbahn haben Sie eingeschlagen?
Nach dem erfolgreichen Abschluss meiner Ausbildung zum Chemisch-technischen Assistenten im Jahr 1992 war ich zunächst mehrere Jahre in diesem Beruf tätig. 1998 entschied ich mich für einen beruflichen Wechsel und begann meine Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr München zum Brandmeister. Im Anschluss daran absolvierte ich die Ausbildung zum Rettungsassistenten, wodurch ich mein Einsatzspektrum im Bereich des Rettungswesens erweitern konnte.
Im Jahr 2006 wechselte ich von der Feuerwache in die Leitstelle München. Dort hatte ich die Gelegenheit, sämtliche relevanten Ausbildungen zu durchlaufen, bis hin zur Qualifikation als Funksprecher für Sonderlagen. Dieser berufliche Werdegang ermöglichte es mir, wertvolle Erfahrungen sowohl im Einsatzdienst als auch in der Leitstellenarbeit zu sammeln.
Im Jahr 2024 erfolgte schließlich mein Wechsel aus dem Schichtdienst in die Unterabteilung LE33 der Branddirektion München. Mit diesem Schritt bin ich nun als Mitarbeiter beim vblb tätig und setze meine Expertise gezielt für die Weiterentwicklung der Leitstellenarbeit ein.

Was ist Ihre aktuelle Position und in welcher Dienststelle sind Sie anzutreffen?
Mitarbeiter beim vblb in der dortigen Geschäftsstelle, Bavariastr. 7a, 80336 München

Was sehen Sie als die größten Herausforderungen für Leitstellen in Bayern in den kommenden Jahren?
Die Leitstellen in Bayern sehen sich in den nächsten Jahren mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert, die sowohl technologische als auch organisatorische Bereiche betreffen. Ein zentraler Aspekt ist die fortschreitende Digitalisierung und der damit verbundene Einsatz neuer Technologien. Die Einführung moderner digitaler Systeme verlangt nicht nur eine Anpassung bestehender Prozesse, sondern auch die kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeiter.
Zudem ist ein deutlicher Anstieg der Anzahl der Notrufe zu verzeichnen. Diese Entwicklung stellt die Leitstellen vor die Aufgabe, ihre Kapazitäten und Abläufe so zu gestalten, dass sie auch bei steigender Nachfrage eine schnelle und effiziente Bearbeitung gewährleisten können.
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Integration neuer Einsatzmittel. Die zunehmende Vielfalt und Spezialisierung der Einsatzfahrzeuge und technischen Hilfsmittel erfordert ein hohes Maß an Koordination und eine angepasste Organisation innerhalb der Leitstellen.
Darüber hinaus gewinnt die interkommunale Zusammenarbeit an Bedeutung. Der Austausch von Informationen und Ressourcen zwischen verschiedenen Leitstellen wird immer wichtiger, um bei großen Schadensereignissen oder komplexen Einsätzen eine optimale Unterstützung sicherzustellen.
Nicht zuletzt stellt der Fachkräftemangel eine große Herausforderung dar. Die Gewinnung und Bindung qualifizierter Mitarbeiter ist entscheidend, um die Leistungsfähigkeit und die Qualität der Leitstellenarbeit auch künftig zu sichern.
Um diesen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen, ist eine proaktive Herangehensweise erforderlich. Nur so kann die Effizienz und Effektivität der Leitstellen in Bayern langfristig gewahrt bleiben.

Welches Projekt oder welche Initiative des vblb liegt Ihnen besonders am Herzen und warum?
Die Standardisierung und Digitalisierung der Notrufannahme stellt einen wesentlichen Fortschritt für die Notfallversorgung in Bayern dar. Durch eine einheitliche Gestaltung der Abläufe wird gewährleistet, dass die Qualität der Notrufbearbeitung in allen Leitstellen auf einem gleichbleibend hohen Niveau erfolgt. Dies führt dazu, dass unabhängig vom Standort der Leitstelle jeder Notruf nach denselben hohen Standards behandelt wird.
Die Digitalisierung spielt hierbei eine zentrale Rolle, da sie die Bearbeitung von Notrufen nicht nur beschleunigt, sondern auch effizienter gestaltet. Moderne digitale Systeme ermöglichen eine schnellere Erfassung und Weiterleitung der relevanten Informationen, was im Ernstfall wertvolle Zeit sparen kann. Gleichzeitig erleichtert die digitale Vernetzung den Austausch von Daten und Informationen zwischen verschiedenen Leitstellen. Diese verbesserte interkommunale Zusammenarbeit ist insbesondere bei größeren oder komplexen Einsatzlagen von großer Bedeutung.
Insgesamt tragen diese Entwicklungen maßgeblich dazu bei, die Notfallversorgung zukunftssicher zu machen und die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Bayern weiter zu erhöhen.

Wie stellen Sie sich die Zukunft der Leitstellenarbeit in Bayern vor und wie sehen Sie die Rolle der Digitalisierung?
Die Zukunft der Leitstellenarbeit in Bayern wird voraussichtlich von mehreren Schlüsselentwicklungen geprägt sein, wobei die Digitalisierung eine zentrale Rolle spielt. Die fortschreitende Digitalisierung trägt dazu bei, die Abläufe in den Leitstellen effizienter und schneller zu gestalten. Moderne digitale Systeme ermöglichen eine rasche Erfassung sowie Weiterleitung relevanter Informationen und unterstützen eine verbesserte Vernetzung zwischen verschiedenen Leitstellen. Diese Entwicklungen sind insbesondere bei großen Schadenslagen oder komplexen Einsätzen von großer Bedeutung und fördern die interkommunale Zusammenarbeit.
Durch die einheitliche und digitale Gestaltung der Notrufbearbeitung wird sichergestellt, dass die Qualität der Notfallversorgung in allen Leitstellen auf einem gleichbleibend hohen Niveau erfolgt. Dies führt dazu, dass jeder Notruf nach denselben Standards bearbeitet wird, unabhängig vom Standort der jeweiligen Leitstelle. Insgesamt wird die Digitalisierung die Leitstellenarbeit in Bayern revolutionieren, indem sie die Effizienz, Reaktionsgeschwindigkeit und Qualität der Notfallversorgung verbessert und somit die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger weiter erhöht.

Welchen Rat würden Sie jemandem geben, der sich für eine Ausbildung in einer Integrierten Leitstelle interessiert?
Die Aufgaben in einer Integrierten Leitstelle sind äußerst vielfältig und umfassen zentrale Bereiche wie Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Wer sich für diesen Ausbildungsweg entscheidet, erhält die Möglichkeit, in einem Team zu arbeiten und dabei ein ausgeprägtes technisches Verständnis zu entwickeln. Dies ist besonders wichtig, da die Arbeit in einer Leitstelle den Umgang mit modernen Kommunikations- und Informationssystemen erfordert.
Darüber hinaus steht das Engagement für die Sicherheit und das Wohlbefinden anderer Menschen im Mittelpunkt. Die tägliche Arbeit verlangt ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, in kritischen Situationen besonnen und zielgerichtet zu handeln.
Um einen realistischen Eindruck von den Anforderungen und Abläufen zu gewinnen, empfiehlt es sich dringend, ein Praktikum in einer Leitstelle zu absolvieren. So können Interessierte einen praxisnahen Einblick in den Arbeitsalltag bekommen und besser einschätzen, ob dieser Beruf ihren Erwartungen und Fähigkeiten entspricht.

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